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Werner Scholtissek

Werner Scholtissek Werner Scholtissek aus Usingen im Taunus hat ein großes Ziel: Er will von allen Autotypen, vom ersten Vehikel bis zum modernsten Gefährt, ein Foto und deren technischen Daten. «Es gab auf der ganzen Welt mindestens 3.000 Autohersteller», macht der 80-Jährige die Dimension seines Vorhabens deutlich.

In jahrzehntelanger Arbeit hat er bisher die Daten von etwa 5.000 Autos gesammelt und 50 000 Fotos gemacht. Wie viele Autotypen es gibt, weiß er nicht.

Seine Informationen holt sich der Sammler hauptsächlich auf Oldtimer-Ausstellungen und aus der Literatur oder Presse. Denn ihm haben es vor allem Autos angetan, die vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden. Lange Jahre hat er sich auf DIN A-5-Zetteln in kleiner Schrift alle technischen Daten der Fahrzeuge notiert.

Die 40-zeilige Liste mit bis zu 75 Angaben reicht von der Anzahl der Zylinder über den Kolbenwerkstoff bis hin zum Verbrauch. «Das sieht vielleicht etwas unübersichtlich aus», sagt er und zeigt in seiner Wohnung einen dicken Stapel mit zum Teil schon vergilbten Karteikarten «Aber es ist die totale Übersicht».

Um die vielen Bilder zu finden und ihnen die Autodaten zuzuordnen, hat sich der Rentner ein besonderes System ausgedacht. Es funktioniert mit Morsezeichen, außerdem sind die Automarken alphabetisch oder nach Merkmalen wie z.B. Baujahr in seiner PC-Datenbank sortiert.

Er ist dabei, die Daten von den Zetteln in den Computer zu übertragen. «Wenn ich in meinem Tempo weiter mache, bräuchte ich dafür aber noch 30 Jahre», sagt er.

Bereits seit 1962 sammelt Scholtissek, der lange Zeit in Ost-Berlin lebte, Autodaten. In DDR-Zeiten lief er mit einer Kamera auf der Suche nach Autos aus dem Westen durch die Straßen. Mittlerweile macht er «Studienreisen» zu Automobilherstellern und Ausstellungen.

Auf das Ergebnis seiner Arbeit ist er stolz. Zu vielen Fotos fallen ihm Geschichten ein. Er erzählt von Glückstreffern, zum Beispiel, als er in einer Stadtverwaltung unverhofft alte Autoprospekte fand. Seine Sammlung guckt er sich allerdings selten an. «Ich arbeite lieber am Vervollständigen», sagt er.

Seine Leidenschaft für Autos begleitet ihn schon fast sein Leben lang. Es war 1933, als ihm seine Patentante als Ersatz für ein Bilderbuch Autoprospekte zum Anschauen in die Hand gab.

Fortan wollte der Junge auf der Straße stets genau die Typenbezeichnung der jeweiligen Autos wissen. Bis er sein erstes eigenes Auto bekam, dauerte es jedoch lange. Erst im Alter von 40 Jahren kaufte er einen Trabant, den er acht Jahre zuvor bestellt hatte.